Dämmung der obersten Geschossdecke

Wird der Dachraum gar nicht oder nur als Abstellraum genutzt, kann die nachträgliche Dämmung der obersten Geschossdecke (Fußboden des Dachraumes) als kostengünstige Lösung gewählt werden.

 

 

 

 


 typische Deckenkonstruktionen

Baujahr

Wert
 [W/(m²K)]
Holzbalkendecke mit Strohlehmwickel, oberseitig Dielung (Eiche oder Fichte), unterseitig verputzt vor 1918 1,2

Holzbalkendecke mit Strohlehmwickel, oberseitig Dielung (Eiche oder Fichte), unterseitig Putz auf Spalierlatten

vor 1948 1,0
Holzbalkendecke mit Blindboden und Lehmschlag, 2–3  cm Schlackenschüttung, oberseitig Dielung, unterseitig Putz auf Spalierlatten 1919-1957 0,8
Stahlbetondecke ohne Dämmung 1958-1968 2,3
Holzbalkendecke mit Blindboden und ca. 5 cm Dämmung, oberseitig Dielung, unterseitig verkleidet oder verputzt 1969-1978 0,5
Holzbalkendecke mit Blindboden und ca. 10 cm Dämmung, oberseitig Dielung, unterseitig verkleidet oder verputzt 1969-1978 0,5
Stahlbetondecke, oberseitig ca. 8 cm Dämmung unter dem Estrich 1979-1983 0,4
Stahlbetondecke mit ca. 12 cm Dämmung oberseits 1984-1994 0,3
Stahlbetondecke bzw. Holzbalkendecke  mit 20 cm Dämmung heute 0,2

Für die Dämmung der obersten Geschossdecke eignen sich Dämmplatten (Mineralfaser, Hartschaum etc.) oder Schüttungen (Perlite, Zellulose). Der Dämmstoff wird auf der Decke und/oder zwischen vorhandenen Deckenbalken eingebracht. Um eine Umströmung des Dämmstoffs mit kalter Luft zu verhindern, sind Fugen zwischen Dämmstoff und übriger Konstruktion zu vermeiden. Dämmplatten sollten deshalb mehrlagig mit versetzten Stößen verlegt werden und überall dicht am Boden anliegen. Für unebene Flächen mit vielen Durchdringungen bietet sich das Aufschütten von Perlite oder Zelluloseflocken an. Die Begehbarkeit kann bei druckfestem Dämmstoff durch Bohlenstege oder Spanplatten erreicht werden. Bei Schüttungen können Spanplatten auf die vorhandenen Holzbalken bzw. eine Unterkonstruktion aufgelegt werden.

 



Die Abbildung zeigt eine zweilagige, mit versetzten Stößen verlegte Dämmschicht. Damit der Dachraum weiterhin begehbar bleibt, wurden auf die Dämmung Spanplatten verlegt.

 

 

 

 

Wärmebrücken
Schornsteine, Haustrennwände etc., die die Wärmedämmung durchstoßen, sollen etwa 50 cm hoch über der Dämmebene in ausreichender Dicke gedämmt werden, um Wärmebrücken entgegenzuwirken. Deckenluken (Ausziehtreppen) müssen gedämmt werden und möglichst luftdicht schließen. Da es wenige fertige Systemlösungen am Markt gibt, ist gegebenenfalls eine handwerkliche Lösung erforderlich.