Heizungserneuerung durch Brennwertkessel

Bei der Heizungserneuerung ist heute der Brennwertkessel für Gas oder Öl die übliche Energiespartechnik. Er stellt die modernste Heizkesseltechnologie für Heizöl oder gasförmige Brennstoffe dar. Mit der Brennwerttechnik wird eine höhere Energieausnutzung erreicht, da zusätzlich die Wärme des im Abgas enthaltenen Wasserdampfs genutzt wird. Die Abgase sind so geführt, dass sie das Heizungswasser vorwär­men (Abgas­wärme­tau­scher). Hierbei entsteht Kondensat, das abgeführt werden muss. Lassen Sie sich vom Heizungsbaubetrieb oder vom Schornsteinfeger beraten, ob Ihr Haus und Ihr Heizungssystem für Brennwertkessel geeignet ist; dies wird überwiegend der Fall sein.
 


„Die 1980 noch modernen Niedertemperaturkessel sind heute als Energiespartechnik überholt. Der Brennwertkessel ist Stand der Technik“ sagt Carsten Metelmann vom Fachverband Heizungs-, Sanitär- und Klimatechnik Hessen. Das technische System in Stichworten:

  •  ein hocheffizienter Kessel mit spezieller Wärmetauscherfläche zum Wärmegewinn aus den Abgasen
  • ein Feuchte unempfindliches Abgasrohr
  • ein Kondensatanschluss ins Hausabwassernetz
  • die Neutralisation des Kondensats in einer Box (bei Gas und schwefelarmem Heizöl erst für große Kessel, ab 200 kW Kesselgröße, bei anderen Heizölen ist Neutralisation i.d.R. vorgeschrieben)
  • ein schwefelarmes Heizöl beim Öl-Brennwertkessel empfohlen, aber i.d.R. nicht zwingend erforderlich
  • ein Heizungssystem mit niedrigen Heizwassertemperaturen, damit die erwünschte Wasserdampfkondensation im Kessel auch eintritt.

Gas-Brennwertgeräte werden seit 20 Jahren eingesetzt. Öl-Brennwertkessel sind noch nicht so lange am Markt verfügbar; sie gelten jedoch gleichsam als ausgereift und zuverlässig. Da Standard-Heizöl geringe Mengen an Schwefel enthält, sind diese Kessel korrosionsfest und je nach Ölart und Größe mit einer Neutralisationseinrichtung ausgestattet. Im Vergleich zum konventionellen Niedertemperatur-Kessel sind Einsparerfolge durch die Brennwertnutzung von 6 bis 10 Prozent zu erwarten. Werden sehr alte Kessel ersetzt, können es insgesamt auch bis zu 20 Prozent sein. Brennwertgeräte sind etwas teurer als herkömmliche Kessel, zu den Mehrkosten gehört auch die neue Abgasleitung und eine Kondensatleitung zum Abwasserrohr. Beim Gas-Brennwertkessel entstehen Mehrkosten von etwa 1.000 EURO. Der Öl-Brennwertkessel ist etwas teurer. „Bei einem Einfamilienhaus aus den fünfziger Jahren mit 3 100 cbm Jahres-Erdgasverbrauch beträgt die Amortisationszeit der Mehrkosten eines Gas-Brennwertkessels ca. 4 bis 6 Jahre“, so Werner Eicke-Hennig, Leiter der „Hessischen Energiespar-Aktion“.

Die Wartungskosten von Brennwertgeräten sind mit denen anderer Geräte vergleichbar. Niedriger sind die Kosten für den Schornsteinfeger, weil für Brennwertkessel verlängerte Prüfintervalle gelten.

Weitere Möglichkeiten bei der Heizungserneuerung sind:

  • Holzpelletkessel

  • Solarheizung (setzt gut gedämmtes Haus voraus)

  • Elektrowärmepumpe (setzt gut gedämmtes Haus voraus)

  • Klein-BHKW (Strom und Wärme gekoppelt erzeugt, lohnt sich für größere Gebäude ab 6 Wohneinheiten)