Fensteraustausch

Auf den U-Wert kommt es an

Werden heute im Zuge einer Wohraummodernisierung die Fenster erneuert, ist immer der Einbau einer Wärmeschutzverglasung erforderlich. Neben der Qualität der Verglasung kommt es dabei auch auf die Dämmwirkung des Rahmenmaterials an. Fälschlicherweise nehmen viele Hausbesitzer an, dass Fenster mit „Isolierverglasung“ schon dem heutigen Standard entsprechen. Natürlich zählten isolierverglaste Fenster zu ihrer Zeit zu den besten, die es gab. Im Vergleich mit modernen Fenstern können sie jedoch längst nicht mehr mithalten.


Zum Vergleich und zur besseren Einschätzung finden Sie in der folgenden Tabelle eine Übersicht über die energetische Qualität von Fenstern der vergangenen Jahrzehnte.

 Fenstertyp  Baujahr       U-Wert
 [W/(m²K)]
 Glasbausteine bis 1994 3,5
 Holzfenster mit Einfachverglasung (Verbundfenster) bis 1979 5,0
 Alu- und Stahlfenster mit Isolierverglasung bis 1983 4,3
 Alu- und Stahlfenster mit Isolierverglasung bis 1994 3,2
 Kunststofffenster mit Isolierverglasung bis 1994 3,0
 Holzfenster mit Isolierverglasung bis 1994 2,7
 Kunststoff- und Alufenster mit Isolierverglasung ab 1995 1,9
 Holzfenster mit Isolierverglasung ab 1995 1,6
 2-Scheiben Wärmeschutzverglasung (Standardfentser) heute 1,3
 3-Scheiben-Wärmeschutzverglasung (z. B. Passivhausfenster) heute 0,9


Wenn Ihre Fenster vor 1995 eingebaut wurden, haben Sie die Möglichkeit, die Wärmeverluste durch einen Austausch gegen neue Fenster mindestens zu halbieren. Sind Ihre Fenster älter als 20 Jahre, ist ein Austausch der Fenster grundsätzlich zu empfehlen.

Moderne Standard-Fenster haben einen U-Wert von ca. 1,3 W/(m²K). Dabei liegt der U-Wert der Verglasung bei ca. 1,1 W/(m²K) und der U-Wert der Fensterrahmen üblicherweise bei ca. 1,5 W/(m²K). Beim Kauf neuer Fenster sollte der U-Wert von 1,3 W/(m²K) nicht überschritten werden.


Der Fenstereinbau  Worauf ist zu achten?

Neben der Tatsache, dass die Fensterflügel durch eingebaute Lippendichtungen und korrektes Einstellen der Beschläge dicht schließen müssen, ist es auch nötig, dass der Fensterrahmen ohne Fugen mit der Wand bzw. dem Dach verbunden wird. Bei gemauerten Wänden bildet der Innenputz die luftdichte Ebene, während in Holzbauten und im Dachbereich diese Aufgabe von Folien oder Platten übernommen wird, deren Stöße und Anschlüsse verklebt werden müssen.

Die Grafik zeigt eine Variante für den richtigen Einbau eines Fensterrahmens in die luftdichte Ebene. Zur Verringerung der Wärmebrücken schließt der Fensterrahmen bündig mit dem Mauerwerk ab und wird von der Wärmedämmung der Wand einige Zentimeter überdeckt. Der Innenputz wird mit der Kelle glatt abgeschnitten und dauerelastisch gegen den Rahmen abgedichtet.

An modernen Fenstern wird heute oft bereits ein Folienstreifen an dem Fenster angeklebt, der den dichten Anschluss an die Gebäudehülle übernehmen soll. Beim Einbau ins Mauerwerk wird diese Folie nach innen gezogen, mit einem Streckmetallband auf dem Mauerwerk festgenagelt und eingeputzt. Im Holzbau wird der Streifen direkt mit der luftdichten Ebene verklebt. Ist ein solcher Streifen nicht vorhanden, kann er auch vom Handwerker selbst angebracht werden.


Rollladen, Klappläden, Vorhänge, Rollos
Nachts treten aufgrund der tieferen Außentemperaturen die höchsten Wärmeverluste über Glas und Rahmen auf. Zusätzliche Einsparungen lassen sich deshalb durch Rollläden, Klappläden, aber auch durch Vorhänge und Rollos erzielen. Die erzielbare Energieeinsparung durch diese Maßnahmen ist bei Wärmeschutz-Isolierverglasung jedoch sehr klein.

Auch darf durch den Rollladenkasten nicht mehr Wärme verloren gehen, als durch den heruntergelassenen Rollladen nachts eingespart werden kann. Der Rollladenkasten sollte daher kompakt und gut wärmegedämmt sein. Fragen Sie bei den Fachbetrieben nach wärmegedämmten Ausführungen von Rollladenkästen und Klappläden.

Bei nachträglichem Einbau von Rollladenkästen in die Außenwand sollte unbedingt auf die Fugendichtigkeit geachtet und ein gut wärmegedämmter Rollladenkasten gewählt werden (mind. 30 mm Dämmstoffauskleidung raumseitig). Mittlerweile gibt es auch aus Dämmstoff geschäumte Kästen und Minirollläden, deren Kästen auf der Außenwand montiert werden.

Der Rollladenkasten, dessen Inneres mit der kalten Außenluft in Verbindung steht, sollte möglichst gut gedämmt sein. Bei diesem Kasten (siehe Bild) ist die Dämmung nachträglich angebracht worden. Im Neubau sind außen vorgesetzte Kästen die bessere Lösung. 

Die Zugluft aus Führungsgurt-Schlitzen kann auch noch nachträglich durch bürstenartige Dichtungen reduziert werden. Beim Neubau ist es zur Begrenzung von Zugluft sinnvoll, einen Kurbel- oder Elektroantrieb zu wählen. Einige Fensterhersteller bieten auch Verbundelemente aus Rahmen und Rollladenkasten an.


Qualitätssicherheit

Eine besondere Qualitätssicherheit bieten Fensterrahmen mit den RAL-Gütezeichen.
Sie unterliegen verbindlichen Kontrollen in Bezug auf Werkstoff, Konstruktion, Verarbeitung und Funktion.