Kellerdeckendämmung 6 bis 8 cm stark

Dämmung von Kellerdecken

Fußkälte war Jahrhunderte lang eine Geißel der Menschheit. Noch heute leiden Bewohner vieler hessischer Häuser darunter. Gemauerte Kappendecken, Hohlsteindecken, Stahlbetonplatten oder Holzbalkendecken mit Sand- und Schlackenschüttungen oder 1 bis 2 cm dünne Dämmplatten unter dem Estrich, dämmen schlecht. Die U-Werte liegen meist über 1,0 W/(m²K). Vermeidbare Energieverluste durch die Kellerdecke gehen Hand in Hand mit Fußkälte, gegen die angeheizt werden muss.

Nachträglicher Wärmeschutz ist bei der Kellerdecke einfach und kostengünstig möglich. Es gibt zwei Möglichkeiten:

Dämmung auf der Kellerdecke bei Fußbodenerneuerung

Steht eine Fußbodenerneuerung an, wird die Trittschalldämmung möglichst 5 cm auf der Deckenplatte über dem neuen Fußbodenaufbau durchgeführt. Der Dämmstoff sollte dann besonders gut dämmen (XPS oder PU Polyurethan). Bei fehlender Kopfhöhe und Problemen mit den Türhöhen hilft die neuartige Vakuumisolation: Bei 1 cm Dicke dämmen diese Platten wie 10 cm herkömmlicher Dämmstoff. Die Vakuumisolation ist heute noch teurer (100 € pro m²) und darf bei den Bauarbeiten nicht beschädigt werden.

Dämmplatten unter der Kellerdecke

In den meisten Fällen bringt man die Dämmplatten unter der Kellerdecke an. Hierzu werden Dämmplatten unter die Kellerdecke geklebt und in seltenen Fällen auch gedübelt. Eine Verkleidung der Dämmplatten ist technisch nicht erforderlich. Als Dämmstoffe kommen in Frage: Polystyrol (expandiert oder extrudiert). Glas- oder Steinwolleplatten, wahlweise mit bereits fertiger Deckschicht. Zellulose- oder Korkdämmplatten. Schaumglas, Naturdämmstoffe und vieles mehr. Bei gewölbten Decken gibt es sogar konisch zugeschnittene Glaswolle-Dämmstoffe (siehe Bild oben), die man in die Wölbung sehr gut einkleben kann.

Kellerdeckendämmung wird von den hessischen Malerbetrieben, Hochbaubetrieben und dem Trockenbau ausgeführt.

Typische U-Werte für die kaum gedämmten Kellerdecken der Vergangenheit, den Dämmvorschlag der „Hessischen Energiespar-Aktion“ und die Vakuumisolation sind der Tabelle zu entnehmen.
 

 Typische Kellerdecken

Baujahr

Wert
 [W/(m²K)]
Holzbalkendecke mit Sand- oder Schlackeschüttung, Dielung vor 1948 1,1

Holzbalkendecke mit Schlackeschüttung (ganzer Windelboden), Dielung

vor 1948 0,9
Gemauerte Kappendecke oder Betonkappendecke mit Sandschüttung, Dielung 1850-1960 1,0-1,4
Gewölbedecken mit Sand- oder Schlackeschüttung, Dielung 1850-1945 1,0
Hohlsteindecken (Stahlsteindecken, Bimshohlkörperdecken) usw. mit Sand-  oder Schlackeschüttung oder Trittschalldämmung 2 cm, Dielung 1949-1978 0,8-1,4
Stahlbetondecke mit Estrich, ohne jegliche Dämmung 1945-1950 2,3
Stahlbetondecke mit 5 cm Sand- oder Schlackeschüttung, Dielung 1870-1950 1,2
Stahlbetondecke mit Trittschalldämmung, Mineralfaser 1 cm, Estrich 1949-1960 1,5
Stahlbetondecke mit Trittschalldämmung 2,5 cm Polystyrol, Estrich 1960-1980 1,0
Stahlbetondecke mit 3,5 cm Trittschalldämmung, Estrich 1980-2005 0,8
Ur-Zustand mit 6-8 cm Zusatzdämmung unter der Kellerdecke heute 0,4-0,5
UR-Zustand mit 2 cm Vakuumisolation unter 1 cm Trittschalldämmung (Schutzschicht) morgen 0,14